NGO Ideas – partizipatives Monitoring, Beispiel Ecuador

Im Hochland der ecuadorianischen Provinz Tungurahua hat der lokale ILD-Partner FUNDYVIDA einen partizipativen Entwicklungsprozess auf Gemeindeebene gestartet.

Grundlage ist der Ansatz von NGO-IDEAs, der die Perspektive und Selbsteinschätzung der Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stellt. Den Auftakt bildet die „Differenzierte Analyse des Wohlergehens“ (ADIB), mit der gemeinsam eine Ausgangsbasis für die weitere Wirkungsmessung geschaffen wird.

Beim ersten Workshop in Rio Blanco, Pilahuín, nahmen 18 Gemeindemitglieder teil, darunter zehn Frauen und acht Männer. In drei Arbeitsgruppen analysierten sie unterschiedliche Aspekte ihrer Lebenssituation:

Gruppe 1 Ressourcen der Gemeinde: Die Teilnehmer*innen erstellten eine Karte der Gemeinde und erfassten natürliche Ressourcen, Infrastruktur, Bildungs- und Gesundheitsangebote sowie die Lebensgrundlagen der Familien.

Gruppe 2 Wohn- und Lebensbedingungen: Im Mittelpunkt standen die Wohnsituation, die Ausstattung der Haushalte und die wirtschaftliche Situation der Familien, insbesondere die Bedeutung der Milchproduktion und zusätzlicher Erwerbsarbeit.

Gruppe 3 Trinkwasserversorgung: Die Mitglieder der lokalen Wasserverwaltung (JAAP) dokumentierten das bestehende Wassersystem und benannten zentrale Herausforderungen, darunter die veraltete Infrastruktur, Schäden an den Leitungen, fehlende Wartung und die teilweise fehlende Versorgung einzelner Haushalte.

Besonders deutlich wurde die Bedeutung der Wasserversorgung für die Gemeinde. Das bestehende System ist rund 35 Jahre alt. Von 75 registrierten Haushalten verfügen etwa 65 über einen direkten Anschluss. Gleichzeitig ist die Wasserquelle eng mit dem Schutz des sensiblen Páramo-Ökosystems verbunden.

Ein zentraler Punkt des ADIB-Ansatzes: Die Bewohnerinnen werden nicht nur als Empfängerinnen eines Projekts betrachtet. Sie sind aktive Akteurinnen der Wirkungsmessung. Alle 18 Teilnehmerinnen bewerteten am Ende des Workshops anonym ihr eigenes Wohlbefinden im Zusammenhang mit der Wasserversorgung. Diese Selbsteinschätzung bildet die Ausgangsbasis für die weiteren Messungen.

Im September 2026 werden individuelle Veränderungsziele entwickelt. Über die Projektlaufzeit wird anschließend gemeinsam beobachtet, welche Veränderungen eintreten. Der Ansatz verbindet damit Wirkungsmessung, Selbstreflexion und Beteiligung. Für die internationale Zusammenarbeit bedeutet das: Monitoring kann nicht nur der Rechenschaft über Projektergebnisse dienen, sondern auch gemeinsames Lernen und lokale Selbstbestimmung stärken.

Der Ansatz von NGO-Ideas wird in fast allen ILD-Projekten mit großem Erfolg angewendet.

ILD
Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst
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Germany