Situation vor Ort
Uganda liegt in Ostafrika und ist ein vielfältiges, überwiegend tropisches Land mit fruchtbaren Hochebenen, Regenwäldern, Savannen und weitläufigen Seenlandschaften, darunter dem Victoriasee. Mit rund 48 Millionen Einwohnern gehört es zu den am schnellsten wachsenden Ländern der Welt. Die Bevölkerung ist sehr jung, mehr als drei Viertel sind unter 30 Jahre alt. Ein Großteil der Menschen lebt auf dem Land, oft in kleinen Dörfern, und ist wirtschaftlich stark von der Landwirtschaft abhängig. Obwohl Uganda zu den einkommensschwachen Ländern zählt und das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen niedrig ist, gilt das Land aufgrund seiner Böden, seines Klimas und seines Wasservorkommens als eines der fruchtbarsten Afrikas.
Etwa 70 Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die rund ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Die Produktion wird fast vollständig von Kleinbauern getragen, die meist zwischen einem halben und zwei Hektar Land bewirtschaften. Sie bauen vor allem Grundnahrungsmittel wie Mais, Kochbananen, Cassava, Bohnen und Süßkartoffeln an, ergänzt durch Cash Crops wie Kaffee, Tee, Zuckerrohr oder Baumwolle.
Zahlen und Fakten
| Fläche | 241.037[ km² |
| Einwohnerzahl | 45,9 Mio. |
| Bevölkerungs-dichte | 196 Einw./km² |
| BIP | 51 Mrd. USD |
| BIP/Einw. | 1.123 USD |
| HDI | 0,582 (157. Platz) |
Trotz der natürlichen Voraussetzungen bleibt die Produktivität niedrig, unter anderem weil vielen Bauern der Zugang zu Dünger, verbessertem Saatgut oder mechanischen Geräten fehlt. Die meisten Felder werden weiterhin mit einfachen Handwerkzeugen bewirtschaftet, Bewässerungssysteme sind selten, und viele Bauern verfügen kaum über agrarische Beratung.
Die Einkommenssituation der ländlichen Haushalte ist daher prekär. Viele leben unter oder knapp über der Armutsgrenze, sind stark von saisonalen Ernten abhängig und von Preisschwankungen auf lokalen wie internationalen Märkten betroffen. Auch der Zugang zu Märkten ist schwierig: Bauern müssen häufig weite Strecken zurücklegen, um ihre Produkte zu verkaufen, Transporte sind teuer, Straßen in schlechtem Zustand, und Zwischenhändler bestimmen oft die Preise. Hinzu kommt, dass nur wenige Bauern Zugang zu Krediten oder Versicherungen haben; Banken sehen sie als risikoreiche Kundschaft, sodass sie kaum Investitionen tätigen können. Unsichere Landrechte, Landfragmentierung durch traditionelle Erbsysteme und eingeschränkte Rechte für Frauen verstärken diese strukturellen Probleme zusätzlich.
Klimabedingte Veränderungen verschärfen die Situation weiter. Regenzeiten werden unzuverlässiger, Dürren und Starkregen treten häufiger auf, was zu Ernteausfällen führt und die ohnehin fragile wirtschaftliche Lage vieler Familien zusätzlich belastet. Insgesamt zeigt sich, dass die ugandische Landwirtschaft trotz enormer natürlicher Potenziale durch strukturelle und klimatische Herausforderungen geprägt ist. Eine Verbesserung der Lebenssituation der ländlichen Bevölkerung hängt stark davon ab, ob es gelingt, Infrastruktur auszubauen, Zugang zu Finanzierung und Wissen zu verbessern, Wertschöpfungsketten zu stärken und Bauern resilienter gegenüber Klimarisiken zu machen.
Unsere Projekte in Uganda
Verbesserung der Einkommenssituation entlang der Wertschöpfungskette für bäuerliche Haushalte in Zentral-, West- und Ost-Uganda.
Umsetzung und Replizierung von integrierten Strategien und Maßnahmen zur Klimaminderung und -anpassung im Rahmen eines integrierten Klima- und Entwicklungsprogramms in Ostafrika.
Entwaldungsfreie Lieferketten: Agroforstsysteme für Kleinbauern im Kakaoanbau.
IKI-Finanzierung, BMUKN
Verbesserung der resilienzfördenden Lebensgrundlagen ländlicher Gemeinden durch die Professionalisierung von kleinbäuerlichen Familienbetrieben.