Situation vor Ort
In den ländlichen Regionen in Bangladesch, in denen der ILD mit den Projektpartnern aktiv ist, herrschen von Armut geprägte und prekäre Lebensbedingungen. Für die ländliche Bevölkerung bestehen nur wenige Perspektiven, ihr Leben vor Ort nachhaltig zu verbessern. Die ohnehin schwierige Situation hat sich seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und den lang anhaltenden Lockdowns nochmals erheblich verschärft. Der wirtschaftliche Einbruch führte dazu, dass sich die Armutsgrenzen verschoben haben: Wer zuvor schon arm war, ist noch stärker betroffen – und viele Menschen, die vor der Pandemie als weniger arm galten, leben inzwischen ebenfalls in Armut.
Der Alltag der Bevölkerung, die durch die ILD-Projekte erreicht wird, ist geprägt von fehlenden einkommensgenerierenden Beschäftigungsmöglichkeiten, Verschuldung, wiederkehrenden Nahrungsmittelkrisen, mangelnden Investitionsmöglichkeiten, einfachen landwirtschaftlichen Praktiken, Unterernährung und sozialen Konflikten. Planlosigkeit, Abhängigkeiten und ein geringes Bewusstsein für gemeinschaftliche Zusammenschlüsse verstärken die Vulnerabilität der überwiegend armen ländlichen Bevölkerung zusätzlich.
Zahlen und Fakten
| Fläche | 147.570 km² |
| Einwohnerzahl | 172,1 Mio. |
| Bevölkerungs-dichte | 1.240 Einw./km² |
| BIP | 450 Mrd. USD |
| BIP/Einw. | 2.619 USD |
| HDI | 0,685 (130. Platz) |
Die häufig auftretenden Nahrungsmittelkrisen haben vielfältige Ursachen: mangelnde Kenntnisse zu angepassten und ökologischen Anbaumethoden, schlechte Ernten infolge von Klimaextremen, fehlende Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion, unzureichende alternative Einkommensquellen, fehlendes qualitativ hochwertiges Saatgut und Bewässerungsmöglichkeiten, unrentable Produktion aufgrund hoher Inputkosten sowie der fehlende Zugang zu eigenem Land.
Besonders betroffen sind Frauen. Sie leiden zusätzlich unter Entrechtung, eingeschränkter Mobilität, Ausschluss vom Arbeitsmarkt, mangelndem Wissen über ihre Rechte sowie über ihre eigene sexuelle und reproduktive Gesundheit. Häusliche Gewalt und frühe Schulabbrüche verschärfen ihre Lage weiter. Möglichkeiten zum Austausch oder zur gemeinsamen Bewältigung dieser Herausforderungen gibt es kaum. Ähnlich ergeht es den überwiegend unorganisierten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern: Ihre Notlagen werden häufig ausgenutzt, und ihre Rechte bleiben vielfach unberücksichtigt.
Unsere Projekte in Bangladesch
Teilhabe, Resilienz und gleiche Rechte für arme, marginalisierte ländliche Bevölkerungsgruppen.
Vorbeugung zur Reduzierung der Folgen des Klimawandels und Förderung der ökobiologischen Landwirtschaft.
Kapazitäten für Entwicklung, Selbstorganisation und Rechte zur Reduzierung ländlicher Armut.