Entwaldungsfreie Lieferketten in Uganda
01.10.2024 – 30.09.2027
In Uganda gehen jährlich große Waldflächen durch Wanderfeldbau und Rohstoffabbau verloren. Obwohl Kaffee das wichtigste Exportgut des Landes ist, ist die Produktion stark fragmentiert. Sie zeichnet sich durch geringen Einsatz von Betriebsmitteln, niedrige organisatorische Kapazitäten und begrenzten Zugang zu Schulungen sowie hochwertigen Betriebsmitteln aus. Zudem fehlen Anreize für eine nachhaltige Kaffeeproduktion. Dies macht alternative landwirtschaftliche Praktiken attraktiver, die häufig zu weiterer Entwaldung führen, auch im Zusammenhang mit der Kaffeeproduktion. Diese Entwicklungen gefährden langfristig den Export von ugandischem Kakao auf den EU-Markt. Durch die neue EU-Verordnung zur Entwaldung (EUDR) könnten mittelfristig Marktbarrieren entstehen, wenn Produkte nicht den Anforderungen an entwaldungsfreie Lieferketten entsprechen.
Das Vorhaben wird vom ILD gemeinsamen mit dem langjährigen Kooperationspartner in Uganda, Wekembe Micro Credit Scheme (WMCS), durchgeführt. Die Partnerschaft zwischen ILD und WEKEMBE besteht seit mehr als 15 Jahren. Dabei zeichnet sich WEKEMBE durch eine hohe fachliche Kapazität im Programmmanagement, Finanzwesen und ihren Resilienz-fördernden Zugang zur ländlichen Zielgruppe aus. Das Vorhaben wird zudem mit verschiedenen Akteuren in den Bezirken Luweero, Butambala, Mpigi, Nakasongola, Wakiso, Bukedea, Buikwe und Sheema zusammenarbeiten.
Insgesamt richtet sich das Projekt an 8.000 kleinbäuerliche Kaffee produzierende Familien, 400 Gruppen mit jeweils mindestens 20 Haushalten aus 20 ausgewählten Unterbezirken (davon 60 % Frauen); 20 lokale Behörden auf Unterbezirksebene sowie 7 Bezirksverwaltungen und staatliche Aufsichtsbehörden; Akteure aus Privatwirtschaft, Handel, Kleinindustrie, Umweltsektor und Agribusiness; qualifizierte und unge-lernte arbeitslose Jugendliche; sowie potenzielle Unterauftragspartner.
Das Projekt wird zum Aufbau von entwaldungsfreien Lieferketten in der Kaffeeproduktion beitragen. Die Förderung der Agroforstwirtschaft (Schattenkaffee), weiterer kohlenstoffarmer Anbaumethoden und klimafreundlicher Landwirtschafts- und Dorfpraktiken (einschließlich Energieeffizienz im Haushalt und erneuerbare Energielösungen) wird mit der Förderung von (gemischten) Finanzinstrumenten wie revolvierenden Fonds, Selbsthilfe-, Spar- und internen Darlehensgruppen sowie grünen Krediten, ergebnisorientierter und Kohlenstofffinanzierung kombiniert. Lokale Kleinbauernkooperativen werden die Kaffeeproduktion bündeln, gemeinsam vermarkten und den Kaffee direkt an kleine Kaffeeröstereien in Deutschland verkaufen – unter Anwendung internationaler Standards für nachhaltigen Kaffee und entsprechender Zertifizierungssysteme (z. B. Fairtrade). Es wird ein Lieferketten- und Monitoring-System mit Fokus auf CO₂-Reduktion entwickelt, das die Anforderungen der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) erfüllt. Dabei kommen Werkzeuge wie Global Forest Watch, Geomapping und Ground Truthing zum Einsatz.
Das Projekt baut auf einem bestehenden Konsortium und Programm auf und stellt die nachhaltige Anwendung sowie Verbreitung von Lösungen, Methoden und Instrumenten sicher. Über einen gemeindebasierten Ansatz werden gezielt weitere Dörfer einbezogen und Ausbilder ausgebildet, um die Wirkung über die ursprüngliche Projektregion hinaus auszudehnen. Über das Projektende hinaus, soll der Anteil des verkauften zertifizierten Kaffees steigen und das Volumen an erschwinglichen grünen Krediten, aufgrund der Rückzahlungen, erweitert werden.
Projektziele
| Ziel des Projekts ist es, die entwaldungsfreie Kakaolieferkette bis 2027 durch innovative Finanzdienstleistungen und die Berücksichtigung von Geschlechtergerechtigkeit bei 8.000 Kleinbauern und Genossenschaften, davon 60 % Frauen, zu stärken. Damit soll ein Beitrag zu entwaldungsfreien Lieferketten in den ausgewählten Bezirken Luweero, Butambala, Mpigi, Nakasongola, Wakiso, Bukedea, Buikwe und Sheema in den westlichen, zentralen und östlichen Regionen Ugandas geleistet werden. |
Die vier Unterziele lauten:
Bis 2027 soll Carbon Farming bei mindestens 80 % der 8.000 Ziel-Kleinbauern eingeführt werden, unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte.
2027 soll der Zugang zu technologiegestützten, speziell für Frauen geeignete Lösungen für mindestens 85 % der 8.000 Ziel-Kleinbauern erleichtert werden.
Bis 2027 sollen mindestens 80 % der 400 Selbsthilfegruppen von Kleinbauern, mit mindestens 40 % Frauenanteil, in die Lage versetzt werden, innovative Finanzierungsmodelle zu nutzen.
Bis 2027 sollen 60 % der Frauen und Jugendlichen besseren Zugang zu landwirtschaftlichen Ressourcen erhalten und diese aktiv zur Anpassung an den Klimawandel und zur Klimaschutzmaßnahmen nutzen.
Das Vorhaben wird mit Mitteln aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) durchgeführt. Die IKI-Aktivitäten werden eng mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung abgestimmt und sind an die Klimaaußenpolitikstrategie der Bundesregierung Deutschlands angebunden.