CEER

Projekt in Entre Ríos

01.09.2025 – 30.04.2028

Seit dem 01.09.2025 führt der ILD ein Vorhaben mit dem Unternehmerrat von Entre Ríos, dem Consejo Empresario de Entre Ríos (CEER), durch. CEER ist ein 1998 gegründetes Forum von Unternehmern und Führungs-kräften aus verschiedenen Wirtschaftssektoren der Provinz. Er fördert den Dialog und die Zusammenarbeit der Privatwirtschaft mit dem Ziel, eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung, Beschäftigung und eine verbesserte Lebensqualität unter Wahrung der natürlichen Ressourcen zu unterstützen.

Der Kontakt des ILD mit dem CEER und mit anderen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren in der ländlichen Entwicklungsarbeit in der argentinischen Provinz Entre Rios besteht seit nunmehr über 20 Jahren. Während dieser Zeit fanden verschiedene gegenseitige Begegnungs- und (fachliche) Austauschbesuche zwischen dem ILD und argentinischen Partnern statt. Diese führten zu verstärkter Solidarität und einem guten gemeinsamen Miteinander, wie auch zu einem besseren Verständnis von dem, was dringend zur Entwicklung in der Provinz Entre Rios zu tun ist (Stärkung von Selbsthilfekapazitäten, Schaffung von Zugängen zu Ressourcen, Aufbau/Reaktivierung kooperativer Strukturen, Fokussierung auf die Förderung von Frauen und Jugendlichen, etc.).

Der aktuelle Projektschwerpunkt liegt demnach auf der Inklusion armer ländlicher Kleinproduzentinnen und -produzenten, ihrer Beteiligung und Selbstorganisation, dem Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten sowie der Stärkung institutioneller Kapazitäten und lokaler Dialogstrukturen („Runde Tische“).

Mit dem Projekt sollen 1.000 ländliche Familienbetriebe (3.000 Personen) mit unterschiedlichen Erwerbszweigen direkt erreicht werden. Diese Zielgruppe lebt in Dörfern oder kleinen ländlichen Gemeinden mit einer Bevölkerung zwischen 400 und 20.000 Einwohnern. Dabei handelt es sich um:

  • Kleinbauern mit folgenden Aktivitäten: Gartenbau, Kleintierzucht, Milchwirtschaft, Bienenzucht, Geflügelzucht, Viehzucht. Viele von ihnen sind vielseitig aufgestellt, und sie wollen die Wertschöpfung ihrer Produktion steigern.
  • Produzenten von Lebensmitteln (Marmeladen, Liköre, Konserven, Wurstwaren u.a.) bzw. Textilproduzenten (Nähen, Weben).

Neben dem CEER sind weitere lokal bedeutende Organisationen eingebunden. Dazu gehören die Assoziation „Wirtschaft in Gemeinschaft“, die Getreidebörse Entre Rios, die Caritas der Diözese Paraná, das Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit, das Subsekretariat für bäuerliche Landwirtschaft, der landwirtschaftliche Beratungsdienst (INTA), das Institut zur Beratung lokaler Kleinunternehmern (INTI), SENASA, die Regierung der Provinz De Entre Ríos, Produzentenverbände und Gemeinden. 

Projektziele von CEER

1.000 ländliche Familienbetriebe in der Region Entre Ríos haben ihre Produktion so angepasst, dass sie weniger anfällig sind gegenüber Auswirkungen des Klimawandels. Sie sind auf extreme Wetterereignisse wie Dürren, Über-schwemmungen oder Stürme vorbereitet und besser geschützt. Darüber hinaus haben sie ihre Produktions-, Vermarktungs- und Organisationskapazitäten gestärkt. Sie haben die sozioökonomischen Kapazitäten ihrer Familien verbessert und wirken damit einer Abwanderung aus der Region entgegen.

Die bestehenden lokalen Netzwerke (Techniker, Vertreter von Institutionen und Produzenten), zusammengefasst in 11 Verwaltungsausschüssen (Runde Tische) haben die partizipative Methode der Wirkungsbeobachtung NGO-IDEAs* eingeführt. Damit können sie die Wirkung der im Rahmen des Projektes umgesetzten Maßnahmen beobachten und bewerten.

Kleinerzeuger (ländliche Familienbetriebe) verfügen über ausreichende Kenntnisse, um die von ihnen betriebene silvopastorale Bewirtschaftung (Viehhaltung auf den regionaltypischen mit Büschen und Bäumen bestandenen Flächen) zu verbessern und an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.

Produzenten und ihre Familien haben gesicherten Zugang zu sauberem Wasser in ausreichender Menge. Techniker und Produzenten sind nach Schulungen in der Lage, die Wasserversorgung nachhaltig zu verbessern.

Kleinerzeuger (ländliche Familienbetriebe) sind mit Methoden des agroökologischen Gartenbaus vertraut und können diese in ihre Produktion integrieren. Sie kennen Maßnahmen, die erforderlich sind, um ihre Produktion für eine Teilnahme am partizipativen Garantiesystem (SGP) zu qualifizieren

Der ILD arbeitet eng mit deutschen Partnerorganisationen zusammen, die entweder Mitglieder des Vereins sind oder in anderer Weise mit dem ILD verbunden sind. Diese Partner tragen dazu bei, die von Bengo vorgesehenen Ko-Finanzierungen (25 %) zu ergänzen. Zwischen den deutschen Partnern und den lokalen Organisationen bestehen meist langjährige Kooperationen, die durch gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte gefestigt wurden. Häufig engagieren sich die deutschen Partner auch über die ILD-Projekte hinaus in den Partnerländern.

Im Projekt mit GESFEPP ist der Verband Katholisches Landvolk e.V. (VKL) mit Sitz in Deutschland engagiert und unterstützt das Vorhaben mit Spendenmitteln.

Blog aus dem Projekt

ILD
Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst
Drachenfelsstraße 23
53604 Bad Honnef
Germany