Entwaldungsfreier Kakaoanbau in Ecuador
01.11.2024 – 31.10.2027
Das IKI-Vorhaben in Ecuador wird in den Provinzen Esmeraldas (in den Kantonen Muisine und Eloy Alfaro) sowie Manabí (in den Kantonen Pedernales und Chone) umgesetzt. Ecuador ist weltweit der drittgrößte Kakaoproduzent, beide Provinzen zählen zu den wichtigsten Anbauregionen des Landes. Die Armutsquote in den Projektgebieten liegt zwischen 58 und 74 %. Die Landwirtschaft basiert überwiegend auf kleinbäuerlichen Familienbetrieben. Das Bildungsniveau ist niedrig: Männer verfügen im Durchschnitt über acht, Frauen über sechs Jahre Schulbildung. Etwa 67 % der Bevölkerung identifizieren sich als afro-ecuadorianisch.
Durchgeführt wird das Vorhaben von der gemeinnützigen Organisation Grupo Social Fondo Ecuatoriano Populorum Progressio (GSFEPP) mit Sitz in Quito. GSFEPP unterhält Büros in Manabí und Esmeraldas, ist seit 53 Jahren im Land aktiv und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Projektumsetzung. Zwischen dem ILD und FEPP besteht eine langjährige Kooperation.
In den Projektregionen arbeitet das Vorhaben eng mit lokalen kleinbäuerlichen Kakaoproduzentenverbänden zusammen: APROCAM (Muisine), ASOPROAMATIF (Eloy Alfaro), ASOMACHE (Manabí), Y de Cucuy (Chone), CFACP (Portoviejo) und Gaspar (Chone). Darüber hinaus werden das ecuadorianische Landwirtschaftsministerium, die Kantonsregierungen, lokale Kakao-Round Tables sowie Kakaohändler eingebunden.
Das Projekt setzt sich dafür ein, nachhaltige Praktiken in der Kakaolieferkette zu fördern. Durch die Unterstützung und Vermarktung von entwaldungsfreiem Kakao leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz sowie zur sozialen Verantwortung, in Interessenallianz mit EU-Distributoren und Unternehmen, und erfüllt dabei die Anforderungen der EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR).
Die Maßnahmen in Esmeraldas und Manabí zielen darauf ab,
(1) die Produktivität durch neue technologische Optionen (Sorten, Klone, Anbausysteme) sowie durch nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden wie gutes Nährstoffmanagement, integrierten Pflanzenschutz und optimierte Ernte- und Nachernteverfahren zu steigern und
(2) die Produktionssysteme auf Basis des nationalen Edelkakaos zu diversifizieren – mit widerstandsfähigen, umweltverträglichen Anbaumodellen, die zur Anpassung an den Klimawandel beitragen.
Durch die aktive Einbindung von Frauen, Männern und Jugendlichen stärken die Produzentenverbände nachhaltige Anbaumethoden, agroökologische Bewirtschaftung und kakobasierte Agroforstsysteme. Schulungen unterstützen sie dabei, eine verlässliche und risikofreie Rückverfolgbarkeit ihrer Qualitätskakaos sicherzustellen und die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette bis hin zu spezialisierten, verantwortungsvollen Märkten zu erhöhen.
Die im Vorhaben eingebundenen Distributoren erwarten kontinuierliche Verbesserungen bei Qualität und Rückverfolgbarkeit, um Zugang zu anspruchsvollen Märkten zu erhalten und faire Preise für nachhaltig produzierten Kakao zahlen zu können. Die vom Vorhaben unterstützten Aktivitäten a) die Einführung eines Vegetationsmonitoringsystems zur Vermeidung von Entwaldung sowie b) ein modernes, risikosenkendes Rückverfolgbarkeitssystem ermöglichen es, europäischen Abnehmern den verantwortungsvollen Ursprung des Kakaos zu garantieren und ihre Marktposition zu stärken.
Projektziele von GSFEPP
Der langfristige IMPACT des Projekts besteht darin, Gebiete mit hoher Biodiversität zu schützen und zu erhalten sowie Einkommen für kleinbäuerliche Familien in den Provinzen Manabí und Esmeraldas zu schaffen.
Auf OUTCOME-ebene werden Kleinbauern und ihre Verbände gestärkt: Sie produzieren entwaldungsfreien Kakao in Agroforstsystemen und vermarkten ihn erfolgreich im Einklang mit der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR).
Die Kapazitäten von sechs kleinbäuerlichen Kakaoproduzenten-verbänden werden aufgebaut, um die Anforderungen der neuen Regelungen für entwaldungsfreie Lieferketten zu erfüllen und die Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.
Agroforstsysteme in zwei Provinzen werden verbessert, um Entwaldung zu verhindern, die biologische Vielfalt zu erhalten und zur Anpassung an den Klimawandel beizutragen.
Handelsbeziehungen zwischen sechs Verbänden kleinbäuerlicher Produzent*innen und Abnehmern in der Europäischen Union werden gefestigt und eine institutionalisierte Steuerung der Kakaowertschöpfungskette wird aufgebaut.
Ein System zur Vegetationsüberwachung, Risikobewertung und Entwaldungsprävention, einschließlich eines Rückverfolgbarkeitssystems, wurde mit technologischen Innovationen aufgebaut und wird von Kleinproduzent*innen betrieben und gepflegt.
Das Vorhaben wird mit Mitteln aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) durchgeführt. Die IKI-Aktivitäten werden eng mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung abgestimmt und sind an die Klimaaußenpolitikstrategie der Bundesregierung Deutschlands angebunden.