Indien

Frauenselbsthilfeförderung, Landwirtschaftliche Entwicklung, Aufbau von Dorfschulen und einer Geburtshilfestation (Promotion of Womens’ Selfhelp, Agricultural Development, Construction of Village Schools and of a Birthstation), Gingee, Villupuram District, Tamil Nadu, Indien

Projektpartner: People’s Multipurpose Development Society (PMD), Mangalapuram.

Bei der PMD handelt es sich um eine lokale, gemeinnützig arbeitende, sowie politisch und religiös unabhängige, soziale Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation. Sie ist sowohl von der indischen Zentralregierung, wie auch vom Staat Tamil Nadu als Nichtregierungsorganisation anerkannt. Sie wurde Anfang der siebziger Jahre auf Initiative einer Gruppe engagierter, den untersten Kasten („Unberührbare“) angehörender und dem entsprechend aus sehr armen Familienverhältnissen stammenden Lehrern mit dem Ziel gegründet, Selbsthilfebemühungen mittelloser, von Kastendenken bedingtem Unrecht stark betroffenen, Familien in der Umgebung von Mangalapuram zu initiieren und zu begleiten.

Der ILD unterhält seit 1996 engen Kontakt zur PMD. Inzwischen hat sich die PMD als Koordinator verschiedener Aktivitäten und als Träger von Kleinprojekten, auch bei der Durchführung der vom ILD geförderten Vorhaben bewährt. Damit konnte sie u.a. bewirken, dass in einem landwirtschaftlich geprägten Umfeld

  • Organisationsstrukturen entstanden sind und das Vertrauen in Selbsthilfekräfte gestiegen ist
  • ein stärkeres Bewusstsein für Eigenbeschäftigung, Gesundheitsvorsorge und familiäre Gemeinschaft entwickelt wurde
  • erfolgreich Maßnahmen zur Ertrags- und Einkommenssteigerung aus landwirtschaftlicher Produktion durchgeführt wurden
  • die Bereitschaft, Rücklagen zu bilden und Kleinkredite zurück zu zahlen, verbessert wurde
  • die Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten und die Beschaffung von Produktionsmitteln verstärkt gemeinschaftlich erfolgt
  • soziale Konflikte geschlichtet werden konnten
  • Kindern aus ausgesprochen armen Verhältnissen eine Schulausbildung ermöglicht wurde
  • Leibeigenschaft und Kinderarbeit reduziert wurden

Die Arbeit der PMD konzentriert sich auf einen Umkreis von 110 Dörfern. Dabei geht es vor allem um:

  • den Aufbau und Begleitung von Selbsthilfegruppen
  • die Durchführung von umfassenden Weiterbildungsveranstaltungen und  von zentralen Kundgebungen, z.B. anlässlich des Weltfrauentages
  • die Initiierung von Projektaktivitäten zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion, der Wasserversorgung und der hygienischen und gesundheitlichen Situation
  • die Förderung von Schulbildung für Kinder und die Ausbildung von Jugendlichen aus besonders benachteiligten Familien, sowie den Bau von Dorfschulen

Diese Aktivitäten finden in dem hier beschriebenen Projekt seine Fortsetzung. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • 70.000, in 3.500 Gruppen organisierte Frauen aus armen Verhältnissen (aus 110 Dörfern), die in die Lage versetzt werden sollen, Einkommensmöglichkeiten zu entwickeln.
  • 550 arme Kleinbauernfamilien und mittellosen Witwen in 11 Dörfern, denen Zugänge zu landwirtschaftlichen Ressourcen ermöglicht werden sollen
  • 1.500 Grundschüler in 7 Dörfern, deren Schulunterricht dauerhaft gesichert werden soll
  • 1.500 werdende Mütter mit ihren Säuglingen, deren Überleben vor und nach der Geburt gesichert werden soll

Diese Menschen haben als Gemeinsamkeit, dass sie überwiegend als „Dalits“ (unterste Kasten) zu der ärmsten Bevölkerungsgruppe zu zählen sind. Sie leben in einem ländlichen, überwiegend von Subsistenzlandwirtschaft, Analphabetismus, extrem einfachen Wohnverhältnissen, gesundheitlichen Problemen, hoher Kindersterblichkeit und Fatalismus geprägten Umfeld mit geringen Zukunftsaussichten und Abhängigkeiten.

Ziele und Aktivitäten des Projektes:

  1. die Frauenselbsthilfegruppen zu stärken und ihnen Zugänge zu Kleinkrediten zu verschaffen, damit sie in Kleinunternehmungen investieren können und es ihnen gelingt, ihre sehr bescheidene finanzielle Situation zu verbessern.
  2. mit dem Bau von Schulgebäuden die schulische Infrastruktur in 7 Dörfern, sowie mit der Konstruktion und dem Betreiben einer Geburtshilfestation die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu reduzieren. Letzteres erfolgt  mit Hilfe geeigneter deutscher Fachkräfte  i hre zeitlich begrenzte Aufgabe ist es, in enger Zusammenarbeit mit lokalem Personal Schulungen, sowie die vor- und nachgeburtliche Begleitung sicherzustellen (s. www.geburtshilfe-in-indien.com).
  3. mit Hilfe von Investitionen im landwirtschaftlichen Bereich (Milcherzeugung, Tieranspannung und Reaktivierung von Wasserrückhaltebecken), sowie fachlicher und organisatorischer Begleitung höhere Erträge und zusätzliche Einkommen zu erzielen.
  4. mit dem Bau von Latrinen die allgemeinen hygienischen Bedingungen zu verbessern.

durch:

  1. Spenden des Indienpartnerschaft des Auguste-Victoria-Gymnasiums Trier – für eine nachhaltige Entwicklung e.V. (www.avg-trier.de/projekte/indien)
  2. lokale Beiträge
  3. öffentliche Mittel durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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